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Rush Poker als Einstieg in die Pokerwelt

Hans Martin Vogl · 19.01.2011
Pokerspieler mit Full-Tilt-Poker-Aufnäher am Tisch, im Begriff, Jetons zu setzen

Ist man irgendwo neu, lässt man es für gewöhnlich erst einmal gemütlich angehen – auch am Pokertisch. Nicht so beim Rush Poker. Denn diese Spielvariante bietet den Vorteil, den eigenen Kopf von der ersten Minute an auf Trab zu halten!

Rush Poker ist eine neue Form des Pokerspielens, vielleicht die Spielweise der Zukunft. Beim Rush Poker gibt es keine festen Tische mehr, sondern einen Pool aus Spielern, die in immer wieder neuen Konstellationen für eine einzige Hand zusammengewürfelt werden. Der Rush kommt durch die Möglichkeit zustande, in Sekundenschnelle mehrere Hände zu spielen.

Natürlich kann man auch hier warten, bis man an der Reihe ist – man muss es aber nicht. Mit dem QuickFold-Button kann man seine Karten jederzeit wegwerfen, auch ohne an der Reihe zu sein. Hat man dies getan, wird man sozusagen durch den Spielerpool „gebeamt“ und findet sich sofort in einer anderen Hand, in einer anderen Sitzposition, mit anderen Spielern wieder.

Zum Vergleich (Full Ring Cash Game Partien, einzelner Tisch):

Hände pro StundeAsse erhalten alle
Live Poker (Spielbank)ca. 30–455–8 Stunden
Online Pokerca. 75–1601,5–3 Stunden
Rush Pokerca. 300–600 pro Tisch22–44 Minuten pro Tisch

Vergleich: Full Ring Cash Game, einzelner Tisch

Beim Rush Poker hofft man als Spieler mit jeder neuen Hand nicht nur auf ein gutes Blatt, sondern auch, nicht in die Blinds gelost zu werden. Gern ist man erst spät dran. Dadurch hat man etwas mehr Zeit, das Spiel zu überblicken. Man weiß schon etwas mehr, ehe man entscheidet, die Hand zu spielen oder nicht.

Der Zufall, der beim Rush Poker nicht nur die Karten, sondern auch die Sitzpositionen verteilt, hilft dabei, von Anfang an auf die Position zu achten und Poker nicht allein auf die eigenen Karten fixiert zu sehen. Das ist gerade für Anfänger ein großes Glück. Alles, was man von Anfang an richtig macht, muss später nicht mühevoll als Spielfehler erkannt und abgestellt werden.

Der ständige Wechsel der Gegner am Tisch ist beim Rush Poker ein großer Vorteil für Anfänger. Natürlich denkt man als Anfänger gern in bekannten Bahnen wie „der spielt aber viel“ oder „ganz schön aggressiv, der Junge aus Italien“. Letztlich sind auch solche Feststellungen wichtig, um später einmal mit den richtigen Moves gegen diese aggressiven Vielspieler vorzugehen. Aber für den Anfang ist es besser, eine eigene Basistaktik auszubilden, statt sich mit Reads auf seine Tischgenossen zu beschäftigen.

Ehe man zur Königsdisziplin am Pokertisch übergeht – das auf jeden Gegner individuell angepasste Spiel – sollte man lange trainieren, was einfach und direkt gewinnbringendes Spiel ist. Von dieser Basistaktik kann man im Laufe der Zeit immer noch etwas abweichen, wenn es ein spezieller Gegner einmal verlangt.

Um sich eine solche Basistaktik anzueignen, ist Rush Poker sehr geeignet. Es lenkt vom persönlichen Spiel der einzelnen Mitspieler ab und schärft den Blick für ihre Position. Zusätzlich wächst der Erfahrungsschatz durch die hohe Geschwindigkeit, in der man eigene Entscheidungen treffen muss, schneller als am normalen Tisch.

Ursprünglich erschienen im donkMag (Ausgabe 01/11), 19.01.2011.

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